„Das Freibad in Gelnhausen sollte unter sozialen, gesundheitlichen und sportlichen Aspekten geöffnet werden, sobald das Land Hessen grünes Licht gibt“

Gelnhäuser Bürger*innen haben ein auf ganz Hessen übertragbares Gedankenpapier zur Öffnung der Freibäder in Coronazeiten erarbeitet und rücken bei ihrer Forderung nach einem coronagemäßen Freibadbetrieb den Bedarf von Familien, Senioren, Vereinssportlern, Reha- und Physiopatienten in den Fokus.

Das Barbarossafreibad in Gelnhausen und alle anderen hessischen Schwimmbäder auch sollten wegen ihrer sozialen, gesundheitsfördernden und sportlichen Funktion unter Einhaltung strikter Infektionsschutz-Regelungen alsbald umsichtig und stufenweise wieder geöffnet werden, sobald die hessische Landesregierung dafür grünes Licht gibt. „Neben der Berücksichtigung aller sportlichen Interessen sollten hier insbesondere der gesundheitliche und der soziale Aspekt im Vordergrund stehen. Wir denken hier besonders auch an all jene Bürger und Familien mit kleinerem Budget, für die das Freibad im Sommer die einzige Freizeitalternative darstellt, an Physio-, Reha-, Gesundheits-und Aquafitnessangebote und Vereinstrainings, besonders von Kindern und Jugendlichen“, appellieren Julia Hott und Alexander Schopbach (beide Gelnhausen) an die verantwortlichen Landes- und Kommunalpolitiker. Gemeinsam mit zahlreichen weiteren Gelnhäuser*innen haben sie in den vergangenen Tagen am Beispiel des Barbarossafreibades in der Main-Kinzig-Kreisstadt ein Gedankenpapier zur konkreten Umsetzung einer schrittweisen Öffnung von Freibädern erarbeitet, das unter anderem auch auf Grundlage des am 23. April 2020 fortgeschriebenen Pandemieplans Bäder der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e.V. (DGfdB) entstand.

„Die coronabedingten Maßnahmen der letzten Wochen und die sich abzeichnenden weiteren Einschränkungen auf Zeit bis hin zu gestrichenen Sommerurlauben verlangen den Menschen sehr viel ab. Gerade Freibäder bieten da die ideale Möglichkeit, sich einerseits zu bewegen und andererseits auch einmal einen Tapetenwechsel zu erleben“, so Hott und Schopbach. Darum alleine gehe es ihrer Initiative aber nicht: Auch viele Reha-Patienten, übergewichtige Menschen, Seniorinnen und Senioren seien zur Gesundheitsförderung auf Bewegung im Wasser angewiesen. Mit Blick auf andere Bundesländer, die bereits umsichtige und stufenweise Schwimmbadöffnungen für Ende Mai in Aussicht gestellt haben, hoffen die engagierten Gelnhäuser Bürger*innen deshalb auf entsprechende Weichenstellungen in Hessen und seinen Kommunen. Sie betonen: „Uns geht es um eine umsichtige und stufenweise Vorgehensweise, die jederzeit den aktuellen Gegebenheiten angepasst wird. In Anlehnung an die Öffnungen von Schulen, Kitas und vielen Freizeiteinrichtungen erwarten wir auch hier sinnvolle Lösungen. Natürlich stehen die coronabedingten Grundregeln wie Abstand und Hygienemaßnahmen zum Infektionsschutz im absoluten Fokus, getragen von der Erkenntnis, dass gechlortes Wasser kein Virusträger ist“.

Die Gelnhäuser Initiative geht davon aus, dass Abstandsregelungen im Eingangsbereich, eine genaue Zählung der ein- und austretenden Badegäste, Fieberkontrollen am Einlass, regelmäßige Reinigungen aller Griffbereiche und konsequente Kontrollen der verfügten Maßnahmen zielführend sind. Zu den weiteren Maßnahmen, die derzeit auf Landesebene diskutiert werden, zählten sicherlich auch eine Maximalzahl von rund zehn Schwimmern pro Bahn, Abtrennungen aller Bahnen und das Verbot längeren Aufenthaltes am Beckenrand in Gruppen. „All das ist praktikabel und muss unbedingt sichergestellt sein“, so die Gelnhäuser weiter. Weitere umfangreiche Vorschläge, deren Umsetzbarkeit sie mit Experten von Vereinen und Verbänden diskutiert haben, finden sich in ihrem Gedankenpapier sowie im Pandemieplan des DGfdB.

Abschließend bringen Hott und Schopbach den Vorschlag der Gelnhäuser Initiative auf den Punkt: „In der ersten Öffnungsstufe könnten die Wassersportvereine, Physio-, Reha-, Gesundheits-und Aquafitnessangebote in eine erste Testphase gehen.

Verantwortung tragen die jeweiligen Trainer, die ihre Gruppen im Griff haben. Nach Bewährung könnte die allgemeine Freigabe unter strikten Hygienerichtlinien und Regeln zum Infektionsschutz erfolgen, wobei soziale und gesundheitliche Kriterien bei der Priorisierung weiterer Besuchergruppen und Regelungen ihres Zugangs an erster Stelle stehen sollten. Hier haben aus unserer Sicht Familien und Ortsbürger Priorität. Zudem ist bei entsprechenden Kapazitäten des Außengeländes auch an die örtlichen Sportvereine zu denken (Handball, Volleyball), die in den Sommermonaten Außengelände und Becken nutzen. Von großer Bedeutung ist für uns zudem das Frühschwimmen der Risikogruppe ‚Ältere Bevölkerung (60+)‘, das mit Hilfe entsprechender Zugangsbeschränkungen unbedingt sichergestellt werden sollte, da es für diese Besuchergruppe ein sinnvolles, risikoarmes Gesundheits-und Freizeitangebot im weiteren Verlauf der Pandemie darstellt.“

Alexander Schopbach
Alexander Schopbach
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit